Ausbildungsvormittag zum Thema Strahlenschutz
Die Feuerwehr Abtenau ist einer der beiden Strahlenschutzstützpunkte im Tennengau. Diesen Samstag fand zu diesem Thema ein Ausbildungsvormittag mit einem umfassenden Programm statt.
Zu Beginn wurde im Feuerwehrhaus mit den Strahlenschutzkräften eine theoretische Schulung zur Auffrischung des Wissens abgehalten. Anschließend erfolgte eine Gerätekunde an den vorhandenen Strahlenschutzgeräten. Danach stand eine praktische Übung gemeinsam mit weiteren Kräften der Feuerwehr Abtenau auf der Agenda.
Strahlenschutzübung im Bereich Schwarzenbachweg:
Aufgrund einer Sperre der A10 versuchte ein Arzneimittelkurier, eine dringende Lieferung über das Lammertal zum Krankenhaus nach Schwarzach zu transportieren. In Abtenau kam der Transporter von der Straße ab und verunfallte. Geladen hatte der Transporter eine zur Schmerztherapie verwendete Injektionslösung mit Strontium-89-Chlorid (klare, farblose Flüssigkeit). Dieses Radionuklid wird in Glasampullen in Kartons transportiert und das Fahrzeug muss außen nicht gekennzeichnet sein (UN 2910, Transportklasse 7 „Radioaktive Stoffe, freigestelltes Versandstück“). Der Lenker war bewusstlos, aber nicht eingeklemmt. Beim Unfall wurde das Versandstück beschädigt.
Den Kräften der Ortsfeuerwehr, welche den Verkehrsunfall abarbeiteten, war somit die radiologische Gefahr zu Beginn nicht bekannt. Bei der Menschenrettung wurden die Transportpapiere entdeckt, worauf alle Kräfte unverzüglich den Rückzug antraten. Der Bereich wurde großzügig abgesperrt und die Strahlenschutzgruppe Abtenau alarmiert.
Nach dem Eintreffen der Strahlenschutzkräfte startete ein erster Spürtrupp mit der Erkundung und dem Markieren der Absperrgrenzen nach Verstrahlungslinien. Als Klarheit über die vom Stoff ausgehende Gefahr herrschte, wurde ein zweiter Spürtrupp ausgerüstet und ein Kontaminationsnachweisplatz eingerichtet. Dessen Aufgabe bestand darin, mögliche Kontaminationen beim Patienten sowie bei den im Gefahrenbereich eingesetzten Einsatzkräften festzustellen. Nachdem bei mehreren Personen Verunreinigungen gemessen wurden, erfolgte die Dekontamination durch das Ablegen der kontaminierten Bekleidung.
Währenddessen konnte das havarierte Versandstück vom ersten Spürtrupp geborgen und somit die Gefahr beseitigt werden. Dadurch war es anschließend möglich, auch den PKW mittels Kran zu bergen.
Bei der Übungsnachbesprechung wurde der gesamte Ablauf besprochen und insbesondere auf die Wichtigkeit gezielter Ausbildung im Bereich der eher selten beübten „ADR-Klasse 7“ hingewiesen.
| Übungsdaten: | |
|---|---|
| Fahrzeuge: | Rüstlösch, Pumpe, Last, Tank, Bus |
| Mannschaftsstärke: | 22 |
| Übungsleiter: | BM Mösenbichler Andreas |
| Übungsabschnittskommandant Strahlenschutz & Übungsausarbeitung: | HV Stefan Bachler |
| Übungsbeobachter: | OFK-Stv. OBI Martin Zorec (Sachbearbeiter Gefahrgut & Messdienst) OFK HBI Albin Bachler |
BESONDERE EINSÄTZE
Notrufnummern
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