Einsatzübung: Hubschrauberabsturz
Ein Hubschrauber des ÖBH muss nach Triebwerksproblemen im Gemeindegebiet von Abtenau im Ortsteil Au notlanden. Im Zuge der „harten Landung“ wird der Hubschrauber erheblich beschädigt und die beiden Piloten schwer verletzt. Kerosin tritt aus, entzündet sich und verbrennt unter schwarzer Rauchentwicklung.
Dies war das Szenario einer geheimen Alarmübung der Feuerwehr Abtenau am 11. Oktober 2012. Nach Eingehen eines Notrufs löste die LAWZ Salzburg Sirenenalarm für die Feuerwehr Abtenau aus. Nach etwa zwei Minuten rückte Rüstlösch Abtenau als erstes Fahrzeug zur Unfallstelle ab. Schon bei der Anfahrt in den Ortsteil Au konnte die Rauchentwicklung durch die Einsatzkräfte wahrgenommen werden.
Nach dem Eintreffen am Unfallort bot sich den ersteintreffenden Einsatzkräften der Feuerwehr folgendes Lagebild. Ein Hubschrauber vom Typ Agusta Bell 204 war nach einer harten Landung teilweise in einem Bachbett zum Stehen gekommen. Rund um den Hubschrauber brannte es an mehreren Stellen. Wrack- und Triebwerksteile lagen im engeren Umkreis verstreut. 2 Piloten befanden sich noch im Wrack und waren offensichtlich durch Verbrennungen und Knochenbrüche schwer verletzt.
Als Erstmaßnahme wurde zur Rettung der Piloten durch den Einsatzleiter, OFK BR Markus Kronreif eine „Crash-Rettung“ befohlen. Diese Maßnahme kommt immer dann zur Anwendung, wenn den verletzten Personen durch weiteres Verbleiben an ihrem gegenwärtigen Aufenthaltsort, größte Lebensgefahr droht. Da zu befürchten war, dass der Hubschrauber gänzlich in Flammen aufgehen könnte, wurden die beiden Piloten so rasch als möglich aus dem Hubschrauber geholt und dabei auf eine schonende zugunsten einer raschen Menschenrettung verzichtet.
Das Rote Kreuz Bezirksstelle Lammertal war inzwischen mit drei Fahrzeugen ausgerückt und übernahm die weitere Betreuung der geretteten Piloten. Durch die sehr realitätsnah mit Moulagen dargestellten Verletzungen waren auch die Sanitäter in ihrer Arbeit sehr gefordert.
Inzwischen hatten Rüstlösch Abtenau und der nach kurzer Zeit an der Unfallstelle eingetroffene Tank Abtenau jeweils ein Mittelschaumrohr aufgebaut und in Betrieb genommen. Mit einem „Zangenangriff“ von beiden Seiten wurde dem Brand beim und im Hubschrauber zu Leibe gerückt. Dabei wurde die Hubschrauberzelle gänzlich mit Mittelschaum geflutet, indem über die geborstenen Fenster und Türen und auch die „Fire-Extinguish“-Öffnungen im Heck des Hubschraubers der Löschschaum eingebracht wurde. Die Wasserversorgung der wasserführenden Fahrzeuge wurde durch Pumpe Abtenau mittels Saugstelle am Schwarzerbach und einer Zubringleitung sichergestellt. Nach wenigen Minuten war der Brand vorerst gelöscht.
Bei der Kontrolle des „ausgebrannten“ Hubschraubers wurde jedoch in einem Transportfach ein gelbes Transportgebinde mit einem Strahlenwarnzeichen aufgefunden, welches offensichtlich bei der Bruchlandung beschädigt worden war. Dies wurde umgehend dem Einsatzleiter gemeldet, welcher unverzüglich durch Dauerhupton der Fahrzeuge den sofortigen Rückzug aller Einsatzkräfte aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich anordnete. Durch den überraschend angeordneten Rückzug mussten die bereits geretteten Piloten einer neuerlichen „Crash-Rettung“ unterzogen werden, um sie nicht einer weiteren Gefährdung durch eine vorerst nicht näher bekannte Strahlengefahr auszusetzen.Um eine weitere Annäherung von Personen an den Hubschrauber zu verhindern, wurde im Umkreis von etwa 30m die Unfallstelle mit Trassierband abgesperrt.
Als Spezialkräfte wurden die Strahlenschutzgruppe Abtenau sowie zwei Spürtrupps des ÖBH angefordert, welche sofort nach dem Eintreffen an der Unglücksstelle sehr rasch ihre Arbeit aufnahmen. Hiezu wurde die Einsatzstelle in zwei Sektoren aufgeteilt. So konnte eine Strahlenquelle, ein Cobalt-60 Quelle, lokalisiert werden und die Gefahr durch Verbringen des Strahlers in einen geschlossenen Transportbehälter gebannt werden. Da es in der Zwischenzeit dunkel geworden war, wurde mittels der nachalarmierten Drehleiter die Ausleuchtung der Unfallstelle mit Scheinwerfern vom Leiterkorb von oben bewerkstelligt. Damit war das Übungsziel erreicht und die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des ÖBH konnten mit dem Abbau der Gerätschaften und der Rückorganisation beginnen.
Eine Übung in dieser Dimension bedingt eine gediegene Planung und Vorbereitung. Durch gutes Zusammenwirken der Feuerwehr Abtenau, des Roten Kreuzes Bezirksstelle Lammertal und Teilen des Radarbataillons aus der Schwarzenbergkaserne konnte diese aufwändige Übung realisiert werden und jede Organisation konnte somit einen Benefit aus dem Übungsablauf für die eigenen Kräfte ziehen. Ein besonderer Dank gebührt dem österreichischen Bundesheer für die Zurverfügungstellung und den Transport der Hubschrauberzelle sowie dem LFV Salzburg für die Bereitstellung und den Transport der „heißen“ Strahlenquelle. Übungskräfte FF Abtenau: Rüstlösch Abtenau
Tank Abtenau
Pumpe Abtenau
Leiter Abtenau
Bus Abtenau
Mannschaft: 45 Mann
Übungsleiter: OFK BR Markus Kronreif
Übungsbeobachter: BFK OBR Günther Trinker
Alarmierung: 17.33 Uhr über Sirene, Rufempfänger und Alarm SMS
Weitere Kräfte: Rotes Kreuz Abtenau mit 3 Fahrzeugen und 8 Sanitätern
Österreichisches Bundesheer mit 2 Fahrzeugen und 8 Mann Übungskräfte Gesamt: 61 Mann/Frauen
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