Von der Gründung bis zum ersten Weltkrieg

Die Gründung der Feuerwehr Abtenau

1879

Im Jahre 1879 wurde schließlich vom damaligen k.u.k. Postmeister und Postwirt Gallus Frikh und dem Gemeindebeamten Georg Kapruner die Gründung der Feuerwehr eingeleitet.
Es handelte sich vorerst noch um eine Gemeindefeuerwehr, die der Vereinsbehörde noch nicht gemeldet war. Die Löschgeräte waren Gemeindeeigentum und bestanden aus: Zwei Spritzen ohne Sauger, eine Handspritze, sieben Feuerhaken, drei lange Leitern und 53 Hanfeimer. Das war für die damalige Zeit eine brauchbare Ausrüstung.

1880


Am 4. Mai 1880 fand die konstituierende Versammlung des Feuerwehrvereins beim Postwirt statt. Der praktische Arzt Franz Höfner wurde der erste Hauptmann, sein Stellvertreter war der Postmeister und Postwirt Gallus Frikh, der Gemeindebeamte Georg Kapruner wurde zum Geschäftsführer gewählt. Weiters wurden ein Spritzenmeister, zwei Steigerführer, ein Spritzenmannschaftsführer und ein Schlauchmannschaftsführer gewählt. Um bei der Vereinsbehörde genehmigungsfähig zu sein, wurden Vereinsstatuten aufgestellt. Insgesamt traten 69 Mann der neugegründeten Wehr bei.


1880 wurde die erste Spritzenhütte am Marktplatz errichtet
1880 wurde die erste Spritzenhütte am Marktplatz errichtet

Bereits am nächsten Tag, dem 5. Mai 1880 ließ sich Georg Kapruner von der Leipziger Firma G. A. Jauck, Fabrik für Feuerlöschmaschinen, einen Kostenvoranschlag für den Ankauf einer Karrenspritze machen. Die Spritze wurde bestellt, kurze Zeit später aber wegen drohenden Geldmangels wieder abbestellt. Die Firma Jauck bestand aber auf dem Liefervertrag und die Spritze musste daher genommen werden.

Am 12. Mai 1880 wurden die Vereinsstatuten der Feuerwehr durch die k.u.k. Landesregierung in Salzburg genehmigt und der Entwurf des Grundgesetzes der Feuerwehr rückübersandt. Eine wahrlich prompte Erledigung durch die Vereinsbehörde. Das nunmehr gültige Gesetz wurde dann sogar in gedruckter Form herausgegeben.

Die nunmehr gesetzlich anerkannte Feuerwehr begann den weiteren Aufbau mit großem Eifer. Am 27. Juni 1880 gab die Gemeinde eine neue Feuerlöschordnung heraus, in der die neugegründete Feuerwehr berücksichtigt war. Noch im Juni wurde die im Mai bestellte Karrenspritze von der Firma Jauck gemeinsam mit 390m Hanfschlauch bereits geliefert. Eine stattliche Leistung für diese Zeit, stattlich war auch der Preis: 1337 Gulden.
In der Beschreibung der Spritze kann man heute noch nachlesen:

Zylinder 5 1/2 Zoll (130 Millimeter) innen weit, Kolbenhub 235 Millimeter, liefert pro Minute 350 Liter und treibt einen 15 Millimeter starken Strahl 34 bis 37 Meter weit, Bedienung 16 Mann, incl. 30Meter beste Hanfschläuche in zwei Stücken, nebst einen 1,75 Meter langen präparierten, gummierten Hanfschlauch und vier Stück Saugschlauch von zusammen 6,8 Meter Länge. Beigegeben werden eine Schlauchwelle, Hammer, Zange, alle Schraubenschlüssel, Schlauchausguß, Federn, elastische Balanzierpuffer, Vorwindkessel, kurz, vollständigste Ausrüstung. Da diese Maschine ein sehr starkes Werk hat, ist sie ebenfalls zweistrahlig und wird auch öfters dazu benützt, das Wasser aus großer Entfernung herbeizuschaffen, um zwei andere Spritzen dauernd mit Wasser zu speisen. Sie ist deshalb mit doppeltem Absperrhahn, doppelten Strahlrohren und doppeltem Schlauchausguß versehen.


Prospekt der Fa. F. Kernreutheraus Wien über Feuerlöschgeräte aus dem Jahr 1880
Prospekt der Fa. F. Kernreutheraus Wien über Feuerlöschgeräte aus dem Jahr 1880

Am 8. Juni 1880 war die erste Rate in der Höhe von 670 Gulden fällig und wurde sogleich bezahlt.
Die Ausrüstung wurde im selben Jahr entscheidend verbessert. Die Firma Faber aus Leipzig lieferte am 3. August eine Schiebleiter, sechs zweiholmige Leitern, zehn Stück Leipziger Steigergurte, zehn Stück Nothaken mit Tasche, zwei Berliner Beile mit Tasche, vier Steigerlaternen, eine Mütze und zwei Dachleitern.

Im Inventurverzeichnis von 1880 war bereits eine beachtliche Ausrüstung angeführt: eine rote Damastfahne ohne Aufschrift, eine Schubleiter, drei Dachleitern, eine Karrenspritze, 400m Hanfschläuche, ein Leiterwagen, ein Schlauchwagen, elf Steigerleitern, drei Firstleitern, ein Schlitten, Steigergurte, Schreibzeug, Laternen, Steigerleinen, Beile, Uniformen und verschiedene Gebrauchsgegenstände. Die rote Damastfahne wurde zur Kennzeichnung der Einsatzleitung bei Tag verwendet, bei Nacht war eine rote Laterne zu diesem Zweck in Verwendung.


Rechnung der Fa. F. Kernreuther, Feuerlöschgerätefabrik aus Wien, über 132 Gulden für gelieferte Geräte an die Feuerwehr Abtenau
Rechnung der Fa. F. Kernreuther, Feuerlöschgerätefabrik aus Wien, über 132 Gulden für gelieferte Geräte an die Feuerwehr Abtenau

Um diese Ausrüstung, Gerätschaften und Fahrzeuge entsprechend unterbringen zu können, wurde im Sommer 1880 mit der Planung und dem Bau einer Spritzenhütte auf dem Marktplatz begonnen. Wesentlich beteiligt waren an diesem Vorhaben der Gemeindevorstand Bachler, ein tatkräftiger Gönner der Feuerwehr, der Geschäftsführer Kapruner, ein gewisser Egger und Kommandantstellvertreter Frikh. Gebaut wurde die Hütte von Maurermeister Matthäus Schilchegger, sie wurde noch im Herbst 1880 fertig und kostete 439 Gulden. Die Hütte war fünf Klafter lang, dreieinhalb Klafter breit und zwei Klafter hoch. Der Grund war gemauert, der Aufbau aus Holz und "angeworfen", das Dach war ein Schindeldach.

Aufgrund der doch immensen finanziellen Aufwendungen musste schließlich an Geldbeschaffung gedacht werden. Eine Haussammlung erbrachte 920 Gulden. Man ging auch daran, auswärts um Spenden zu bitten. Der Abt von St. Peter, Romuald Horner, spendete 170, die Landesassekuranz 150 Gulden, sogar Seine Apostolische Majestät Kaiser Franz Joseph I. gab 100 Gulden. Adelige, Rechtsanwälte und Geschäftsleute stellten sich mit Beträgen ein, auch Pfarrer Dr. Mussoni stellte 50 Gulden zur Verfügung. Bis zum Jahr 1881 hatte man 2260 Gulden bezahlt, es blieben lediglich Schulden in der Höhe von 150 Gulden.

Gemeindevorstand Bachler und die Bürgerschaft unterstützten ihre Feuerwehr tatkräftig. So wurde für die Beweglichkeit der Wehr dadurch gesorgt, indem folgende Besitzer zum Vorspann verpflichtet wurden: Postwirt, Stacherlwirt (Rother Ochs), Unterbäck, der Bote beim Schifferwirt, der Pfarrhof, Krapflwirt und der Bierbrauer.


Planskizze für die Errichtung der neuen Spritzenhütte
Planskizze für die Errichtung der neuen Spritzenhütte

 

1881


In der Generalversammlung wurde über die Rechnungsbelegung von 1880, den Beitritt zum Landesfeuerwehrverband Salzburg und über eine mögliche Verpflichtung der Hausbesitzer zur Beteiligung an den Feuerwehrübungen diskutiert.

Vertreter der Feuerwehr Abtenau nahmen an der Gründungsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes in St. Johann im Pongau teil, die Ausgaben hiefür betrugen vier Gulden.

Die Feuertaufe bestand die neugegründete Feuerwehr in der Nacht auf dem 27. Oktober beim Brand des Stift St. Petri`schen Ökonomiegebäudes im Markt

1882


Im Generalversammlungsprotokoll von 1882 scheint ein Antrag auf Versicherung der Spritzenhütte gegen Brandgefahr auf. Die Bilanz 1882 weist mit Einnahmen von 11,51 Gulden und Ausgaben von 10,89 Gulden einen Überschuss von 65 Kreuzern auf. Mannschaftsstand per 26. März 1882: 48 Aktive.

1883


Bereits wenige Jahre nach der Gründung drohte bereits das Ende des eben erst gegründeten Feuerwehrvereins. Am 5. März 1883 wird ein Gesuch an die Gemeinde gerichtet, die Feuerwehr aufzulösen, als Grund wird "große Interesselosigkeit der Hausbesitzer" angegeben. Offenbar wurde die bedingungslose Unterstützung der Feuerwehr durch die Hausbesitzer des Marktes zwingend für einen sinnvollen Brandschutz angesehen. Am 20. Mai gab die Gemeinde als Reaktion darauf eine Verpflichtungserklärung der Hausbesitzer heraus, welche eine verpflichtende regelmäßige Teilnahme an den Feuerwehrübungen miteinschloss. Vielleicht war die Drohung, die Feuerwehr aufzulösen auch nur ein Mittel zum Zweck, alle Gemeindebürger auf die gemeinsame Sache einzuschwören. Jedenfalls wurde der Zweck erreicht, die Feuerwehr bestand weiter.

 

Daten und Fakten

Daten und Fakten

gegründet 1879
aktive Mannschaft 77
nichtaktive Mannschaft 47
Ehrenmitglieder 2

JAHRESBERICHT 2017

Jahresbericht 2017
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Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Abtenau

Das "Action-Foto" der Freiwilligen Feuerwehr Abtenau.

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