Geschichte

Die Zeit vor der Gründung der Feuerwehr

Die Besiedelung des Lammertales und insbesonders der von Abtenau dürfte erst ab 1124 nachhaltig vonstatten gegangen sein.
Vorher waren die weitestgehend von Wäldern bedeckten Täler entlang des Lammerflusses zu abgelegen und zu schwierig zu erreichen, als dass eine nachhaltige Besiedelung erfolgen hätte können. 1124 schließlich beurkundet Erzbischof Konrad I. die Schenkung von "Appanowa" (Abtenau)
mit Zugehör, ausgenommen Jagd und Fischerei, jedoch einschließlich des Zehentes an das Stift St. Peter. In weiterer Folge kann jedoch noch nicht von einer Ortschaft die Rede sein, vielmehr war mit Abtenau das gesamte Gelände zwischen Tennengebirge und Osterhorngruppe, jedoch links der Lammer gemeint.
Seit der Gründung der Pfarre um 1200 herum, darf angenommen werden, dass das pfarrliche Zentrum bereits dort lag, wo es heute ist, am Südwestabhang des Scheffenbichlkogel am Fischbach gelegen. Dort bildete sich im Laufe der Jahrhunderte eine Siedlung heraus. Vor allem Holzknechte und Handwerker hatten in der Nähe der Kirche ihre Häuser, 1501 wurde, nach zehnjähriger Bauzeit, ein neues Gotteshaus dem Hl. Blasius geweiht.

Die Markterhebung erfolgte 1507 durch Erzbischof Leonhard von Keutschach, um die Versorgung der Holzknechte und Handwerker, erstere waren für die Holzgewinnung für die Saline in Hallein wichtig, vor allem im Winter sicherstellen zu können. Abtenau war damit einer der jüngsten Märkte des Erzstiftes Salzburg, jedoch mit allen Rechten und Privilegien ausgestattet. Das wichtigste Recht war jenes, an einem bestimmten Wochentag einen Markt abhalten zu dürfen, da der Handel abseits der Märkte generell verboten und von den Erzbischöfen unter Strafe gestellt war.

In den folgenden Jahrzehnten bildeten sich drei Kernpunkte der Besiedlung im Markt Abtenau aus: der Pfarrbezirk mit Pfarrkirche, Pfarrhof, Friedhof und Zehentstadl, die Bürgerhäuser gegenüber der Pfarrkirche am Marktplatz mit dem sogenannten Vormarkt in der Reisenpoint sowie die "Pfleg", der Gerichtsbezirk.

Schon seit 1509 war es ausdrücklich verboten, Flachs und Obst in den Wohnhäusern zu dörren. Dies ist sicherlich die erste feuerpolizeiliche Vorschrift in Abtenau gewesen, jedoch auf dem Gebiet des abwehrenden Brandschutzes waren noch keine effektiven Maßnahmen getroffen. So fiel im ersten Jahr des Bauernaufstandes 1525 die neu erbaute Pfarrkirche einem verheerenden Feuer zum Opfer. Unklar ist nach wie vor, ob der Brand durch Brandstiftung oder durch natürlichere Ursachen seinen Ausgang nahm. Jedenfalls wird überliefert, die Kirche sei "nach dem Brande so schwarz gewesen wie ein Pachofen". Die Gewölbe scheinen dem Feuer standgehalten zu haben, weil der erst 1518 aufgestellte, durch den Holzbildhauer Andreas Lackner aus Hallein geschaffene, gotische Hochaltar erhalten blieb und noch heute bruchstückhaft erhalten ist. Bei dieser Brandkatastrophe wurde auch der Turmhelm mitsamt dem Glockenstuhl ein Raub der Flammen. Dem Kirchturm sollte dieses Schicksal im Laufe der Geschichte Abtenaus noch drei mal widerfahren.
Die Restaurierung des Gotteshauses nahm 15 Jahre in Anspruch.


Frühe Ansicht von Abtenau aus dem Jahr 1790
Frühe Ansicht von Abtenau aus dem Jahr 1790

Die Pfarrkirche mit dem gotischen Turm war auch mehrmals Opfer von Naturgewalten. So sind für 1607, 1663 und 1681 Blitzschläge in den Turm überliefert, die in der Regel zur Vernichtung des Dachstuhles durch Brand führten. Immer wieder wurde jedoch ein gotischer Spitzhelm aufgesetzt, was angesichts der zu dieser Zeit üblichen Barockisierung interessant ist. Auch Erdbeben werden aus den Jahren 1677, 1680, und 1690 gemeldet, wobei das letzte derart heftig gewesen sein soll, dass das Kirchengewölbe schwer beschädigt wurde und einzustürzen drohte.

Am 1. April 1648 erließ Erzbischof Paris Lodron eine Feuerordnung für die Märkte und eine Feuerordnung für die offenen Flecken und Dörfer. Diese bereits sehr umfassenden Vorschriften galten natürlich auch in Abtenau. Weiters wird ab 1716 im Bürgerbuch des Marktes Abtenau unter den bei einer Bürgeraufnahme zu erbringenden Leistungen immer auch ein "liderner Wasser-Emper" angeführt und es war wohl selbstverständlich, dass der neue Bürger mit diesem im Brandfalle auch auszurücken hatte, auch wenn das nicht eigens bestimmt wurde. Die Eimerkette war zu dieser Zeit ja die einzige Möglichkeit, einer gefährlichen Feuersbrunst beizukommen. Als Wasserbezugsstelle diente wohl in erster Linie der Fischbach, der in einem offenen Gerinne durch den Markt floss.


Erzbischof Paris Lodron erließ 1648 eine umfassende Feuerordnung für das Erzbistum Salzburg
Erzbischof Paris Lodron erließ 1648 eine umfassende Feuerordnung für das Erzbistum Salzburg

Größere Schadenfeuer wird es im Laufe der Zeit immer gegeben haben, obwohl es darüber de facto keine Aufzeichnungen gibt. Die hölzerne Bauweise, das offene Feuer, Kienspan- und Kerzenlicht haben die Entstehung von Bränden sicherlich begünstigt. War ein Gebäude einmal in Vollbrand, war es ohne Zweifel rettungslos verloren.
Mit den vorhandenen Löscheimern konnte allerhöchstens das Nachbargebäude gerettet werden und auch das nur bei entsprechender nachbarschaftlicher Hilfe und genügend Abstand zum Brandobjekt. Die im Lammertal vorherrschende Bauweise des Zwie- oder Paarhofes erhöhte sicherlich die Chancen, das zweite Gebäude eines Bauernhofes zu retten.

Ein großer Marktbrand ist für das Jahr 1800 nachgewiesen. Die gesamte "Häuserreihe" gegenüber der Pfarrkirche fiel dem Unglück zum Opfer. Um diese Zeit wurde vom Stift St. Peter im Pfarrhof eine kleine Handdruckspritze mit Luftkessel bereitgehalten. Diese Spritze ist heute noch vorhanden. Im April 1862 brannten der Krämer Weichselbaumer, der Scheffbänkwirt (heute Schiffwirt) und der Simoniwirt (Schaidingerhaus) und wurden bis auf die Grundmauern zerstört.

In den folgenden Jahren machten sich verschiedene Abtenauer Bürger Gedanken über die Gründung eines Feuerwehrvereins. Es gab ja ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch im Land Salzburg bereits etliche Feuerwehren, die erste Feuerwehr im Land Salzburg war 1864 in Oberndorf gegründet worden.

Die St. Peter-Stift-Spritze, die um 1800 im Pfarrhof für Brände bereitgehalten wurde
Die St. Peter-Stift-Spritze, die um 1800 im Pfarrhof für Brände bereitgehalten wurde
 

Daten und Fakten

Daten und Fakten

gegründet 1879
aktive Mannschaft 74
nichtaktive Mannschaft 48
Ehrenmitglieder 2

MANNSCHAFTSFOTO

Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Abtenau

Das "Action-Foto" der Freiwilligen Feuerwehr Abtenau.

Aktuelle Unwetterwarnungen für Österreich

Notrufnummern

112 - EURONOTRUF
122 - FEUERWEHR
133 - POLIZEI
144 - RETTUNG
140 - BERGRETTUNG
141 - ÄRZTENOTRUF

Facebookseite der FF Abtenau