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Waldbrand auf 2000m Seehöhe

Ein ausgedehnter Waldbrand am Gamsfeld im Bereich des Heberfeldes auf knapp 2000 Metern Seehöhe im Gemeindegebiet von Rußbach am Pass Gschütt hielt von 02.12.2011 bis 04.12.2011 die FF Abtenau sowie mehrere Feuerwehren aus dem Tennengau und dem angrenzenden Bundesland Oberösterreich in Atem.

Mehrere Hektar Latschenfeld standen im Flammen, die Brandstelle war nur durch einen 90-minütigen Fußweg über einen teils sehr schmalen Steig oder durch Hubschrauber erreichbar.
Fast unverständlich, aber leider wahr, dass es Anfang Dezember zur einem solchen Brand kommen konnte. Doch die enorme Trockenheit und so gut wie kein Niederschlag im November war mitunter ausschlaggebend, dass dieses Ereignis so ein Ausmaß nehmen konnte.

Am Freitag, den 02. Dezember 2011 meldete ein Bergwanderer eine starke Rauchentwicklung am Gamsfeld im Bereich des Haberfeldes auf ca. 2000 Metern Seehöhe per Bergrettungsnotruf 140.
Dieser Notruf, welche von der Leitstelle des Österreichischen Roten Kreuzen entgegen genommen wurde, wurde sofort an die LAWZ Salzburg weitergeleitet.
Um 12:02 Uhr erfolgte Sirenenalarm für die Freiwillige Feuerwehr Rußbach, welche kurz darauf mit dem Tanklöschfahrzeug in Richtung des gemeldeten Brandortes ausrückte.
Nach ca. 15 Minuten Anfahrtsweg bekam man im Bereich der Neualm den ersten aussagekräftigen Sichtkontakt zum Brandort, der nichts Gutes zu verheißen mochte. Der Einsatzleiter Ortsfeuerwehrkommandant OBI Bernd Schnitzhofer ließ daraufhin Alarmstufe 2, jedoch im sofortigen Anschluss (12:19 Uhr) Alarmstufe 3 auslösen. Die Feuerwehren Abtenau, Gosau (OÖ), LZ Voglau und das Einsatzleitfahrzeug des Bezirkes mit Standort im Oberalm wurden dadurch in Marsch gesetzt.

Um 12:20 Uhr erfolgte durch den Einsatzleiter die Anforderung der Hubschrauber und der Waldbrandausrüstung.
Die alarmierten und sehr rasch eingetroffenen Feuerwehren wurden zum Parkplatz der Rußbacher Hornbahn beordert. Dort wurde eine Lagebesprechung abgehalten und die ersten Einsatzbefehle erteilt.
Um 12:48 Uhr wurde die Alarmstufe 4 (FF Annaberg) ausgelöst, damit man genügend Personal für den sich langwierig und schwierig abzeichnenden Einsatz zur Verfügung hatte.
Von den alarmierten Hubschraubern traf als erstes der des Bundesministeriums für Inneres ein, mit dem sofort ein erster Erkundungsflug gestartet wurde.
Während des Erkundungsfluges wurde bereits damit begonnen, eine Zubringleitung zur geplanten Wasserbezugsstelle der Helikopter, bei einem Bauernhof in ca. 1000 Metern Seehöhe zu errichten.

Dabei wurden zirka 1300 Meter B-Schläuche verlegt und eine Saugstelle errichtet. In späterer Folge wurde dort der 10.000 Liter Behälter in Stellung gebracht. Von dort aus bezogen die 3 Hubschrauber ihr Löschwasser.
Gegen 13:30 Uhr wurden die beiden Großtanklöschfahrzeuge aus Bad Goisern und St. Agatha nach Rußbach beordert. Somit wurde in der ersten heißen Phase die Löschwasserversorgung gesichert.
Zwischen 14:15 und 14:30 Uhr trafen die beiden Hubschrauber der Type Alouette des Österreichischen Bundesheeres ein. Der „Einsatzleiter Berg“ OFK Abtenau HBI Markus Kronreif führte darauf hin einen Erkundungsflug durch und legte dabei in Absprache mit den Piloten auch die Standorte der beiden 3.000 Liter Stahlbehälter am Ort des Geschehens fest.

Zwischenzeitlich wurde der Landeplatz Tal (dessen Leitung übernahm HBI Viktor Zorec – FF Abtenau) am Parkplatz der Rußbacher Hornbahn eingerichtet. Das Bundesheer begann mit den ersten Materialflügen (Stahlbehälter, Waldbrandpumpen).
Ausgerüstet mit Motorkettensägen, Schaufeln, Krampen sowie Feuerpatschen wurde das Löschpersonal durch den Hubschrauber des BMI zum Brandort geflogen.
Danach wurde durch die Helikopter sofort begonnen, Löschwasser auf den Berg zu transportieren, um die Waldbrandhochdruckpumpen so rasch als möglich einsetzen zu können.
Im Anschluss führte man Löschflüge mit den Bambi Buckets durch. Dabei wurden pro Abwurf ca. 400 Liter Wasser auf die Brandstelle niedergelassen. Insgesamt an diesem ersten Tag fast 25.000 Liter!!!

Derweilen kämpften 18 Männer am Berg dem Brand Herr zu werden, denn die Zeit rannte gegen die Einsatzkräfte. Eine massive Brandausbreitung und herbeieilende Dunkelheit, bereitete der Einsatzleitung bald Klarheit, dass dieser Einsatz noch mehrere Tage in Anspruch nehmen wird.

Abbruch des Einsatzes
Aufgrund der eintretenden Dunkelheit musste um 16:15 Uhr damit begonnen werden, die Mannschaft und einen Großteil der Gerätschaften wieder ins Tal zu fliegen.
Der Einsatz wurde somit um 17:00 Uhr abgebrochen und die Vorgehensweise sowie die Einsatztaktik für den kommenden Tag besprochen.

Eingesetzte Kräfte am 1. Tag – 02.12.2011:

FF Rußbach – 3 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 21
FF Abtenau – 4 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 35
LZ Voglau – 2 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 20
FF Annaberg – 2 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 22
FF Kuchl mit Waldbrandausrüstung – 2 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 11
FF Gosau (OÖ) – 3 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 17
FF St. Agatha (OÖ) – 1 Fahrzeug / Mannschaftsstärke: 5
FF Bad Goisern (OÖ) – 2 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 5
FF Oberalm mit Einsatzleitfahrzeug - 1 Fahrzeug / Mannschaftstärke: 7
LFV Salzburg mit Waldbrandausrüstung und Kerosintank – 3 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 4
1 Hubschrauber des BMI
2 Hubschrauber des ÖBH
BFK OBR Anton Schinnerl
AFK2 BR Josef Wintersteller
Kat-Referent Philipp Kogler

Tag 2 dieses Großeinsatzes

Die Nacht war geprägt von einer Brandausbreitung und ständigen Kontrollfahrten des Einsatzleiters.
Wie tags zuvor ausgemacht trafen um 07:30 Uhr die Löschmannschaften mit ihren Geräten wiederum am Parkplatz der Rußbacher Hornbahn ein. Dort wurde auch die Einsatzleitung errichtet und der wiederum der „Landeplatz Tal“ installiert.
Um 08:00 Uhr landeten drei Hubschrauber der Type Alouette des ÖBH. Nach einer kurzen Einsatzbesprechung wurde sofort wieder begonnen Material-, Personal- und Wassertransporte durchzuführen, um so wenig Zeit als nötig zu verlieren. Es stand den Einsatzkräften( 39 an der Zahl) ein langer und harter Tag am Gamsfeld bevor. Mittels Waldbrandhochdruckpumpen, Kettensägen und Handwerkzeugen wurde auf Hochtouren gearbeitet, um Herr der Lage zu werden. Die restliche vorhandene Mannschaft wurde für diverse Aufgaben eingeteilt bzw. in Bereitschaft gehalten.

Zu Mittag brach Nebel über dem Gamsfeld herein, welcher Löschflüge unmöglich machten. Ab diesem Zweitpunkt war die Mannschaft auf sich alleine gestellt und versuchte eine weitere Brandausbreitung zu verhindern und den Brand mit dem in den zwei Stück 3.000 Liter Behältern bevorrateten Löschwasser in den Griff zu bekommen.
Um 14:45 Uhr tat sich ein Nebelfenster auf, dieses wurde dazu genützt, um die Gerätschaften und die Mannschaft ins Tal zu fliegen, denn ein Abstieg zu Fuß ins Tal wäre aufgrund des Geländes, des Wetters und der kräfteraubenden Arbeit nicht zu verantworten gewesen.
Ab 16:00 Uhr wurden bis zum Einbruch der Dunkelheit Löschflüge durchgeführt, welche Gott sei Dank Wirkung zeigten und das gewünschte Ziel – Brand unter Kontrolle brachten.

Am Samstag verschaffte sich auch Landesfeuerwehrkommandant Leo Winter ein Bild über die Lage.
In den Nachtstunden wurden durch den Einsatzleiter wiederum Kontrollfahrten durchgeführt, hierbei wurde auch der Löscherfolg an diesem Tag sichtbar und man hoffte am Sonntag Brand Aus geben zu können.

Eingesetzte Kräfte am 2. Tag – 03.12.2011:

FF Rußbach – 3 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 21
FF Abtenau – 3 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 24
LZ Voglau – 2 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 20
FF Kuchl mit Waldbrandausrüstung – 2 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 9
FF Oberalm mit Einsatzleitfahrzeug - 1 Fahrzeug / Mannschaftstärke: 4
LFV Salzburg mit Waldbrandausrüstung und Kerosintank – 3 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 5
1 Hubschrauber des BMI
3 Hubschrauber des ÖBH
Kerosintank des ÖBH
LFK LBD Leo Winter
BFK OBR Anton Schinnerl
AFK2 BR Josef Wintersteller
Kat-Referent Philipp Kogler

Tag 3 – die Hoffnung auf Brand Aus

Wie Tags zuvor trafen auch am Sonntag um 07:30 Uhr die Mannschaften beim „Landeplatz Tal“ – Parkplatz Rußbacher Hornbahn ein. An diesem Tag wurden auch noch zusätzliche Flughelfer aus dem Bezirk alarmiert, die das seit Freitag im Einsatz gestandene Personal unterstützten.

Die um 08:00 Uhr eingetroffenen Hubschrauber des ÖBH begannen wiederum gleich mit Geräte- und Personalflügen. Unterstützung bekamen sie dabei ebenfalls von einem Heli des BMI.
Nach Abschluss dieser Flüge standen 47 Männer am Gamsfeld, um den seit Freitag andauernden Brand, den Gar Aus zu machen. Neben den Waldbrandhochdruckpumpen wurden auch 12 Stück Löschrucksäcke eingesetzt, welche sehr hilfreich waren und den Einsatzradius zum Ablöschen von kleineren Glutnestern vergrößerten.
Kurz nach Mittag war es geschafft – es kam der erlösende Funkspruch BRAND AUS!
Der unermüdliche und gezielte Einsatz von Löschmannschaften und der Brandbekämpfung aus der Luft hatte sich bezahlt gemacht.
Sukzessive konnte mit den Rückflug der Mannschaften und den Geräten begonnen werden. Bis 16:00 Uhr blieben Einsatzkräfte an der Brandstelle, um etwaige aufflackernde Stellen schnell im Keim ersticken zu können. Bis zum Einbruch der Dunkelheit drehten die Hubschrauber mit den Bambi Buckets ihre Runden und warfen zusätzlich Wasser über dem Brandort ab.
Einsatzende war um 17:00 Uhr.

Eingesetzte Kräfte am 3. Tag – 04.12.2011:

FF Rußbach – 3 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 24
FF Abtenau – 2 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 22
LZ Voglau – 2 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 18
FF Annaberg – 1 Fahrzeug / Mannschaftsstärke: 10
FF Kuchl mit Waldbrandausrüstung – 2 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 7
FF Oberalm mit Einsatzleitfahrzeug - 1 Fahrzeug / Mannschaftstärke: 3
LFV Salzburg mit Waldbrandausrüstung und Kerosintank – 3 Fahrzeuge / Mannschaftsstärke: 5
FF St. Johann mit Waldausrüstung – 1 Fahrzeug / Mannschaftsstärke: 2
FF Gosau (OÖ) Abbau der Zubringleitung – 2 Fahrzeuge / Mannschaftstärke: 8
1 Hubschrauber des BMI
3 Hubschrauber des ÖBH
Kerosintank des ÖBH
Flughelfer des Bezirkes Tennengau
Kat-Referent Philipp Kogler
Rotes Kreuz
BFK OBR Anton Schinnerl
AFK2 BR Josef Wintersteller
Einsatzleiter Berg: HBI Markus Kronreif (OFK Abtenau)
Einsatzleiter Tal: HBI Viktor Zorec (FF Abtenau)
Einsatzleiter Zubringleitung: BI Peter Auer (FF Abtenau)
Gesamteinsatzleiter: OBI Bernd Schnitzhofer (OFK Rußbach)

 

MANNSCHAFTSFOTO

Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Abtenau

Das "Action-Foto" der Freiwilligen Feuerwehr Abtenau.

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