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Grossbrand Fa. Weinberger

Die Firma Weinberger Holz ist ein großer Leimbindererzeuger im Gewerbegebiet Schratten in Abtenau. Dieser Betrieb besteht aus einer rund 100 x 30 Meter langen, eingeschossigen Produktionshalle mit modernsten Maschinen und einer angebauten Lagerhalle in derselben Größe. Diesen beiden Hallen, die in Holzbauweise errichtet sind, ist ein gemauertes Bürogebäude, in dem sich auch die Brandmeldezentrale sowie der Haupteingang in die Produktionshalle befinden, angebaut. Seit kurzer Zeit ist der Betrieb mit einer rund 3000 m² großen Photovoltaikanlage am Dach der Produktions- und Lagerhalle ausgestattet. Aus diesem Grund führten vor ca. 2 Monaten die Verantwortlichen der FF Abtenau eine Brandschutzbegehung in diesem Betrieb mit hohem Gefahrenpotential durch. Als Wasserbezugsstelle sind ein Hydrant beim Firmengelände sowie ein 70 m³ fassendes Bassin beim benachbarten Sägewerk Winkler Holz in ca. 400 m Entfernung vorhanden. Bei größeren Ereignissen wird eine fix verrohrte Steigleitung von der Lammer zur Firma Winkler Holz (drei B-Eingänge und ca. 70 m Höhenunterschied) verwendet.
Am Samstag, dem 16.11.2013 um 04.21 Uhr, erfolgte für die FF Abtenau die Alarmierung über Rufempfänger zum Brandmeldealarm bei der Firma Weinberger Holz. Da es in diesem Betrieb gelegentlich zu Täuschungsalarmen kam, war diese Alarmierung nicht sehr beunruhigend.
Der Brand an der Keilzinkmaschine wurde von den Arbeitern sofort entdeckt, geriet aber aufgrund eines 1000 Liter Leimbehälters, der in weiterer Folge explosionsartig zu brennen begann, sofort außer Kontrolle. Der Schichtleiter betätigte daraufhin einen manuellen Brandmelder. Dadurch wurde bereits um 04.24 Uhr Sirenenalarm für die FF Abtenau, mit dem Alarmtext: „Brand bei der Fa. Weinberger Holz“ ausgelöst.
Während der Anfahrt ließ der Einsatzleiter Alarmstufe 2 auslösen und somit den Löschzug Voglau alarmieren. Als über die LAWZ die Meldung eintraf, dass der Dachstuhl der Produktionshalle bereits in Flammen steht, wurde die Alarmstufe auf 4 (FF Rußbach, FF Annaberg, FF Scheffau, FF Oberalm mit ELF Tennengau, FF Hallein mit ASF Tennengau) erhöht. Als Tank Abtenau an der Einsatzstelle eintrifft, ist die Situation dramatisch. Aus dem Dach der ca. 20 Meter hohen Produktionshalle schlagen auf einer Länge von rund 40 Metern meterhohe Flammen. Durch die Scheiben ist ein Vollbrand im Inneren der Halle ersichtlich. Auch die Außenschalung brannte bereits an mehreren Stellen.
Der Einsatzleiter erkundigte sich nach der Ankunft am Einsatzort beim Schichtleiter über die Geschehnisse und leitete die komplette Abschaltung der elektrischen Anlagen ein. Ebenfalls wurde die Abschaltung der Photovoltaikanlage veranlasst.  Ein ATS Trupp von Tank Abtenau ging sofort durch das Bürogebäude in den Innenangriff und nahm die Brandbekämpfung mit einem C-Rohr auf. Leiter Abtenau nahm die Brandbekämpfung an der Südseite auf und versuchte eine Brandausbreitung auf das Vordach zu verhindern. Dazu musste unter der Verwendung von schwerem Atemschutz die Außenschalung aufgeschnitten werden. Rüstlösch Abtenau startete ebenfalls einen Außenangriff unter schwerem Atemschutz, ging aber kurz darauf durch den südseitigen Werkseingang in den Innenangriff. Ein Angriff über das Dach war wegen der in diesem Bereich installierten Photovoltaikanlage nicht möglich. Als Wasserversorgung diente in der Anfangsphase des Einsatzes ein Hydrant (ein zweiter Hydrant ist wegen Umbauarbeiten nicht in Betrieb). Pumpe Abtenau brachte beim Bassin der Fa. Winkler Holz die TS in Stellung und legte mit der Schlauchhaspel gleichzeitig zwei Zubringerleitungen zu Tank und Rüstlösch Abtenau.
Schon in der Anfangsphase wurden durch den Gesamt-Einsatzleiter, OFK BR Markus Kronreif, drei Einsatzabschnitte (Wasserversorgung, Innenangriff, Außenangriff) gebildet. So konnten die etwas später eintreffenden Feuerwehren sofort eingewiesen werden. Pumpe 1 Voglau, Pumpe Rußbach und Pumpe Scheffau bauten an der Lammer Saugstellen auf und pumpten das Löschwasser über die Steigleitung. An der Steigleitung Berg wurden die Tragkraftspritzen von Pumpe 2 Voglau, Pumpe Annaberg und die zweite TS von Pumpe Abtenau als Relaispumpen eingebaut. Die jeweiligen Mannschaften legten wiederum die Zubringerleitungen zum Brandobjekt. So konnte garantiert werden, dass auch im Falle einer weiteren Brandausbreitung genügend Löschwasser vorhanden ist.
Tank Scheffau übernahm die Brandbekämpfung an der Außenfassade sowie am Vordach unter Verwendung von schwerem Atemschutz, Kettensäge und Schiebeleiter. Tank Russbach und Tank Annaberg stellten ebenfalls ATS Trupps für den Innenangriff.
Das ELF Tennengau und das ASF Tennengau (ATS Sammelplatz; gesamt 12 ATS Trupps) brachten ihre Fahrzeuge ebenfalls in Stellung und unterstützten den Einsatz. Der massive Löschangriff zeigte bald Wirkung und veranlasste den Einsatzleiter dazu, um 06.00 Uhr „Brand unter Kontrolle“ zu melden. Mit Hilfe mehrerer Drucklüfter wurde die Halle soweit rauchfrei gemacht, sodass auch Löschtrupps ohne schweren Atemschutz in das Gebäude vordringen konnten. In weiterer Folge erwies sich eine fahrbare Hebebühne als hilfreich. Mit dieser konnten die Leimbinder in größerer Höhe effizient abgelöscht werden.
Ab dem frühen Vormittag konnten die Feuerwehren nach und nach vom Einsatz herausgelöst werden. Die FF Abtenau und der LZ Voglau waren noch bis ca. 13.00 Uhr an der Einsetzstelle und beseitigten mit Hilfe von Wassersaugern das Löschwasser aus der Produktionshalle. Die ausgebrannten Elemente der Lichtdurchlässe am Dach der Halle wurden von den Feuerwehren beseitigt und das Dach mit Planen abgedichtet. Die geöffneten Entrauchungsklappen wurden ebenfalls von der Feuerwehr wieder geschlossen.
Die FF Abtenau führte am Samstagnachmittag, am Samstagabend sowie am Sonntag, dem 17.11.2013 jeweils Kontrollen im Gebäude und am Dachstuhl durch und konnte dabei keine Gefährdung für einen neuerlichen Brandausbruch feststellen.
Nach diesem Brand musste die Produktion des Betriebes vorübergehend eingestellt werden. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Euro, forderte aber glücklicher Weise keine Verletzten.
Anzumerken ist, dass die schnelle Auslösung der Alarmstufe 4 mit ein Grund für die Rettung des Gebäudes war. Die Zusammenarbeit mit den eingesetzten Feuerwehren klappte ausgezeichnet. Dieser Einsatz wurde durch die Photovoltaikanlage nicht sehr behindert. Entscheidend dafür war aber, dass der Brand noch nicht so weit fortgeschritten war und dadurch die Isolierung des Unterdaches noch nicht zu brennen begonnen hatte. So konnte der Brand vom Boden bzw. mit der Arbeitsbühne abgelöscht werden. Die Anschaffung des neuen LF der FF Abtenau mit einer zweiten TS sowie der fünfteiligen Schlauchhaspel hat sich sehr bewährt. Das Gewerbegebiet Schratten war mit ein Grund für diese Entscheidung. Hilfreich waren auch die regelmäßig abgehaltenen Übungen sowie die Brandschutzbegehung der FF Abtenau.

Dieser Brand wurde von der Brandverhütungsstelle Salzburg als der mit dem größten Schaden im Jahr 2014 registriert. Nämlich 8 Millionen Euro.

Video ORF SALZBURG

Eingesetzte Feuerwehren:Mannschaftsstärke; Fahrzeuge
FF Abtenau:38; TLFA3000, DLAK-30, RLFA2000, LFA, MTFA
Löschzug Voglau:27; TLFA4000, LFA, KLFA
FF Rußbach:18; TLFA3000, LFA
FF Scheffau:36; TLFA2000, RLFA2000, LFA, MTF
FF Annaberg:26; TLFA3000, LFA
FF Oberalm:4; ELF (Kdo Tennengau)
FF Hallein:5; ATS (Atemschutz Tennengau), MTF
BFK Tennengau:OBR Günther Trinker
Einsatzleiter:OFK BR Markus Kronreif
Feuerwehr Gesamt:Mannschaft: 155; Fahrzeuge: 20
Alarm:FR 16.11.2015 um 04.21 Uhr; Rufempfänger, SMS - Sirene
Einsatzende:SA 17.11.2015 um 22.00 Uhr
Weitere Einsatzkräfte:
Polizei; 3 Fahrzeuge mit 6 Mann/FrauRotes Kreuz Abtenau; 2 Fahrzeuge mit 4 Mann/Frau
 

MANNSCHAFTSFOTO

Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Abtenau

Das "Action-Foto" der Freiwilligen Feuerwehr Abtenau.

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